Hier wird keiner ausgegrenzt

Sie wissen, was Teamgeist bedeutet: die D-Jugend des Poppelsdorfer HV.

Die D-Jugend des Poppelsdorfer HV hat den Mannschaftsgedanken in Fleisch und Blut übernommen. 96er-Jahrgang absolviert Umstellung auf Raumdeckung mit Bravour
Die neu formierte 96er-Mannschaft des Poppelsdorfer Handballvereins (PHV) hat den Sprung in die D-Jugend geschafft. Kurz vor Saisonschluss in der Kreisklasse stehen die jungen Sportler auf dem zweiten Tabellenplatz, den sie auch nicht mehr abgeben werden. „Wir sind super zufrieden“, sagt Trainer Rainer Jahnk, der die Mannschaft zusammen mit PHV-Jugendleiter Jens Bruckhaus betreut.
„Der Sprung von der E- in die D-Jugend ist im Handball extrem, weil man das ganze System umstellt.“ Auf die Manndeckung der E-Jugend folgt dann die Raumdeckung, erläutert Jahnk. „Die Spieler mussten sich daran gewöhnen, dass sie nun positionsgebunden spielen. Diese Umstellung ist radikal.“
Spielerisch haben die Kinder im Alter von zehn und elf Jahren die Erwartungen ihrer Trainer übertroffen. „Im letzten Jahr hatten wir angefangen, Jahrgangsmannschaften zu gründen“, erläutert Jens Bruckhaus, „damit die Kinder Zeit haben, sich aneinander zu gewöhnen.“ Nach der Neuformierung im letzten Jahr haben sich die Spieler gefunden, sagt Jahnk. „Für uns ist wichtig, dass die Kinder ein Stückweit Teamarbeit lernen“, so der Trainer. „Handball ist ein Mannschaftssport. Das sollten sie von der Pike auf mitbekommen.“ Das hat offensichtlich geklappt, wie Bruckhaus erläutert. „Man merkt, dass das ein Team ist: Da wird keiner ausgegrenzt.“
Die Spieler sehen das genau so. Torwart Richard (11) sagt: „Man muss viel zusammenarbeiten.“ Das unterscheide Handball von einem Einzelsport. Und Kreisläufer Niklas (11) meint, dass Teamgeist für den Erfolg unverzichtbar sei: „Sonst hast du keine Chance gegen andere.“ Felix (11), ebenfalls Torwart, sagt: „Teamgeist ist sehr wichtig, damit jeder mal den Ball kriegt.“ Und sein Kollege Richard ergänzt: „Das heißt: Hier wird keiner ausgeschlossen.“
Das Mannschaftsdenken ist den Spielern offenbar ins Blut übergegangen. Trainer Bruckhaus verrät: „Wir haben sie darauf getrimmt, wenig zu prallen und viele Pässe zu spielen.“ Die Geschlossenheit wird bei einer Übungseinheit in der Tannenbuscher Gesamtschulsporthalle schnell deutlich. Kein Wunder, dass die Mannschaft zu den auserwählten Teams der SWB-Sponsoring-Aktion „Immer am Ball“ gehört.

Justin haut im Training drauf.

Als Trainer Jahnk Richtung Mittelkreis geht, um ein Trainingsspiel zu erklären, bilden die Spieler in Windeseile eine Traube und hängen fortan an seinen Lippen. Unter den Jungen befindet sich auch eine junge Dame namens Paula. „Das ist unser Schatz“, verrät Bruckhaus. „Ein Riesentalent.“ Die Spielerin habe bereits den Sprung in die Kreisauswahl geschafft. „Dass sie das einzige Mädchen ist, fällt gar nicht auf.“
Die D-Jugend ist wie ein Symbol für den erfolgreichen Neustart in der Jugendarbeit des Poppelsdorfer HV, den Jens Bruckhaus, seine Frau Sandra und Sohn Björn (12) vor gut sechseinhalb Jahren einleiteten. Mittlerweile zähle die Jugendabteilung rund 150 Mitglieder, sagt Bruckhaus. Nicht zuletzt wegen Stephan Garbes erfolgreichem Mini-Training – einer nicht zu erschöpfenden Talentschmiede. In diesem Jahr hätte der Verein neben den zwei E-Jugend-Teams sogar drei statt zwei D-Jugend-Mannschaften melden können.
Die PHV-Jugendabteilung ist ein „Familienunternehmen“. Sandra Bruckhaus trainiert die weibliche B-Jugend, ist Co-Trainerin bei der männlichen C-Jugend und ist Geschäftsführerin der Jugendabteilung. Ihr Mann Jens leitet die Jugendabteilung, ist Co-Trainer der D-Jugend und spielt selbst noch in der ersten Herrenmannschaft. Das Engagement seiner Schützlinge ist für Jens Bruckhaus eine Entlohnung für den enormen Zeitaufwand. „Die haben das Leuchten in den Augen. Die sind begeistert.“   
Weitere Informationen: www.phv-bonn.de

 


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