David gegen Goliath an der Tischtennisplatte

Jung, erfolgreich, zielstrebig: Die zweite Jugendmannschaft und das erste Schüler-Team der TuRa Oberdrees.

Die Schüler- und Jugend-Mannschaften der TuRa Oberdrees gehören nicht nur zu den jüngsten, sondern auch zu den erfolgreichsten Teams des Bezirks
Mit einem errechneten Durchschnittsalter von elfdreiviertel Jahren gehört die zweite Tischtennis-Jugend-Mannschaft der TuRa Oberdrees zweifelsohne zu den jüngsten Mannschaften ihrer Klasse in Nordrhein-Westfalen. „Die können alle noch fünf bis sieben Jahre Jugend spielen“, sagt Trainer Robert Schlett, ehemaliger Bundesligaspieler und Mannschaftsmeister mit Borussia Düsseldorf. In der Jungen-Bezirksliga ist das zweite Jugendteam nicht nur die jüngste Mannschaft, sondern bislang sogar die erfolgreichste: Marcel Büttner (15) und sein Bruder Pascal (12) sowie die Brüder Nils (12) und Julian Röttgen (10) sind amtierende Herbstmeister und hoffen, als zweites Team der TuRa Oberdrees den Sprung in die Tischtennis-Verbandsliga zu schaffen. Das ist die höchste Spielklasse der Jugend in Westdeutschland.
Wer mit den Jungen über ihre Erfahrungen im Spiel gegen die Großen spricht, muss unweigerlich an die biblische Geschichte von David und Goliath denken. Nils etwa hat 22 Spiele gewonnen und vier verloren. Er sagt zum Auftreten seiner Gegner: „Für die ist das, glaube ich, überhaupt nicht toll, wenn die nachher hören: ,Du hast ja gegen einen viel Kleineren verloren.’“ Und sein kleiner Bruder Julian berichtet: „Wenn ich gegen viel Ältere spiele, sagen die ,Ich gewinne auf jeden Fall’ und nehmen mich gar nicht ernst. Wenn die dann verlieren, rasten die total aus.“ Julian hat ebenfalls nur vier Niederlagen hinnehmen müssen, aber 15 Mal gewonnen. Wie TuRa-Jugendleiter Andreas Kretzer sagt, ist der Zehnjährige das größte Talent in den Reihen der Schüler- und Jugendspieler. Kürzlich wurde er sogar in den Schülerkader des deutschen Tischtennisbundes berufen.

Großes Talent: Julian (10).

Der Erfolg der Tischtennis-Jugendabteilung ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Aufbauarbeit, die mit dem Namen Andreas Kretzer verbunden ist. „1999 gab es überhaupt keine Jugend mehr“, sagt der Jugendleiter. „Da stand ich hier mit zwei Kindern in der Halle.“ Die Zwei, das waren sein Sohn Karsten und Jonas Schmidt. „Die haben die Anderen animiert“, erinnert sich der Jugendwart. Die beiden Jugendlichen der ersten Stunde gehören heute zu den Leistungsträgern in der Herren-Verbandsliga-Mannschaft und arbeiten im Jugendbereich schon als Trainer mit. „Die beiden haben das Spielniveau und gelten als Vorbilder.“
Da wo die erste Herrenmannschaft ist, wollen auch die TT-Akteure der Schülermannschaft hin. Martin Schlett und Jonas Langer (beide 10), Benny Model (12) und Patrick Münz (13) schlagen sich wacker und streben nach Platz sechs in der Hinrunde weiter den Klassenerhalt in der Bezirksliga an.
Die erste Schüler- wie die zweite Jugend-Mannschaft sind mit den Trikots der Aktion „Immer am Ball“ versehen worden. Damit würdigte die Jury der Stadtwerke und des General-Anzeigers nicht nur die Spielstärke der Jungen, sondern auch den gesamten Auftritt der wachsenden Jugendabteilung.

Nils hat schon 22 Spiele gewonnen.

Jugendleiter Kretzer freut sich sehr über die Unterstützung: „Wir müssen mit wenig viel bewegen.“ Der größte Anteil des Budgets gehe in die Jugendarbeit.
Das lohnt sich: In diesem Jahr nehmen nämlich 35 Schüler und Jugendliche in sieben Mannschaften am Spielbetrieb teil. „Die wollen besser werden“, lobt Trainer Schlett seine Spieler. Sie seien zielstrebig und hätten nicht so viel Blödsinn im Kopf wie andere Jungs in diesem Alter. Auch der ehemalige Bundesligaspieler freut sich, dass im kleinen Oberdrees so guter Tischtennisnachwuchs nachkommt. „Unser Ziel muss es sein, mit Eigengewächsen aus der Jugend die erste Herrenmannschaft bestücken zu können.“ Sein Sohn Martin (10) könnte irgendwann dazu gehören. Ende der Saison hört Schlett-Junior mit dem Fußball auf, um sich ganz aufs Tischtennis zu konzentieren – und um die Schule nicht zu vernachlässigen. Auch Jonas (10) schätzt die Verantwortung, die man als Tischtennis-Spieler hat: „Ich find’s toll, weil es ein Einzelsport ist. Wenn man verliert, ist man selbst schuld.“ Und sein Kumpel Martin ergänzt: „Und wenn man allein verliert, kann man sich auch nur selbst zusammen schimpfen.“ (sas)
Weitere Informationen: www.turaoberdrees.de

 


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