

Die F1-Jugend des Siegburger SV spielt mit Teamgeist meisterlich. Obwohl die Kicker noch gar nicht so lange zusammen sind, harmonieren sie sehr gut
Rene Geilenberg als fußballverrückt zu bezeichnen, ist nicht übertrieben. Der Betreuer und Torwarttrainer der F1-Jugend des Siegburger SV bringt zu jedem Spiel der Nachwuchskicker eine Ausstattung mit, die einer Seniorenmannschaft würdig wäre. Dazu gehören persönliche Getränkeflaschen mit Namen, ein gut bestückter Sanitätskoffer sowie reichlich Kühlakkus. „Wenn mal was ist, habe ich was in der Hand“, sagt Geilenberg pragmatisch. Und irgendwas ist ja eigentlich immer.
Ortstermin beim alles entscheidenden Meisterschaftsspiel gegen den VfR Hangelar im Siegburger Stadion. „Heute kommt der Tabellenführer“, sagt Geilenberg. Falls es zu einem Sieg reicht, winkt die Meisterschaft in der Staffel 7. Für die zwölf F-Jugendlichen sei das große Ganze aber (noch) eher nebensächlich, sagt der Betreuer. Die Jungs des Jahrgangs 2000 denken von Spiel zu Spiel. Dafür, dass die Kicker erst seit August letzten Jahres zusammenspielen, harmonieren sie aber schon ganz gut. Trainer Sascha Drewke und seine Frau Heidi (genannt die „Chefin“) schaffen es gut, die Jungen zu einem Team zu formen.

„Herr Drewke hat ihnen beigebracht, dass Teamgeist groß geschrieben wird“, sagt Geilenberg, dessen Sohn Kristoffer als „Turbo“ auf der rechten Außenbahn für Dampf sorgt und manchmal sogar schneller ist als der Ball. Der Achtjährige sagt zum Zusammenhalt im Team nur knapp: „Ja, das klappt.“ Kristoffer ist Bayern-Fan, steht auf Luca Toni und natürlich auf Franck Ribery. Wenn der Junge ein Tor schießt, ahmt er den französischen Mittelfeldstrategen nach und hält scheinbar Ruhe gebietend den Zeigefinger vor den Mund.
Papa Geilenberg sorgt als Torwarttrainer dafür, dass Keeper Philipp mehr Bälle hält, als er passieren lässt. Manchmal, gesteht der Betreuer, bekomme er wegen seines Schützlings schon mal „graue Haare“, andererseits halte der Hüter dann aber auch die berühmten „Unmöglichen“, was ja einen Spitzentorwart ausmacht.
Der Betreuer stellt einige Jungs vor: Der zweite Philipp und Lukas sind die dynamischen Zwillinge des Teams. „Wir können sie nur anhand ihrer Rückennummern auseinander halten“, sagt Geilenberg. Noah mit den langen Haaren haut hinten die Bälle raus, Timo als Spielmacher verteilt sie, Dylan gibt die Kirsche nie verloren, und Hans spielt links, weil er – wie der große kleine Philipp Lahm – beidfüssig schießen kann. Ahmet schließlich fackelt als Torjäger nicht lange.

Sascha Drewke und „Chefin“ Heidi bekommen viel Lob von den Eltern. Geilenberg sagt: „Sie machen das richtig gut. Die Kinder vertrauen den beiden.“ Er findet es gut, dass Mann und Frau zusammen eine Mannschaft trainieren. Während des Spiels bearbeitet der Trainer die eine Längsseite, seine Frau läuft immer wieder die gegenüberliegende Linie entlang und dirigiert die Jungs.
Beim Mannschaftsfoto für die SWB-Redaktion brüllen die Jungen derart laut „Ameisenscheiße“, dass Wind aufkommt. Die lautesten Spieler sind sie jetzt schon. Trainer Drewke schmunzelt: „Hoffentlich sind sie das nachher auch noch.“ Noah hat sich schon eine passende Siegprämie überlegt: „Wenn wir gewinnen, kriegen wir Cola.“ Seine Rechnung scheint aufzugehen: Kurz nach der Halbzeit führt der SSV 04 mit 4:1. (sas)