Die Außenseiterrolle macht richtig Spaß

Die Volleyballmädels aus Wachtberg ärgern die Großen bei den Turnieren gerne.

Die U 14-Volleyball-Mädchen des SV Wachtberg belegten Platz zwei in der Oberliga und spielten bei den Westdeutschen Meisterschaften

Manchmal macht es richtig Spaß, ein Underdog zu sein. Nämlich dann, wenn der sportliche Außenseiter es den Großen einmal zeigt. Die Volleyball-Mädchen U 14 des SV Wachtberg kommen mit der Rolle des vermeintlichen Außenseiters ganz gut zurecht. In der U 14-Oberliga spielten sie in dieser Saison vorne mit und wurden Zweite – immerhin in der höchsten Spielklasse in ihrem Alter auf Landesebene. Bei zwei Turnieren gelang sogar die Qualifikation für die Westdeutschen Meisterschaften. Angesichts so vieler Volleyball-Hochburgen außerhalb von Wachtberg ein riesiger Erfolg.

Das weiß auch Trainer Michael Lämmel zu schätzen. Die zehn Mädchen der Jahrgänge 1998 und 1999 trainieren im Kern seit drei Jahren zusammen. Zweimal die Woche treffen sich die Mädels in der Berkumer Sporthalle. Lämmel bescheinigt den Mädchen „großen Trainingseifer“. „Sonst wäre das auch gar nicht machbar.“ Denn anders als in den großen Volleyball-Vereinen üblich, kann der SV Wachtberg im Jugendbereich nicht zwangsläufig auf ausgebildete Trainer zurückgreifen. „Ich habe mir das alles selbst angeeignet“, berichtet Lämmel, der zugleich Abteilungsleiter ist. 120 Mitglieder zählt die Volleyballsparte innerhalb des SV Wachtberg.

Dieser Block ist kaum zu knacken.

„Wir sind ein relativ kleiner Verein“, sagt Lämmel. Im Gesamtverein hat eben auch König Fußball das Sagen, die „Erste“ spielt Mittelrheinliga.

Deswegen freuen sich die Wachtberger Volleyballerinnen sehr, dass sie durch „Immer am Ball“ in den Genuss einen hochwertigen Trikot-Satzes gekommen sind. Nina (13) findet den neuen Dress „voll cool“. Und Antonella (12) meint, dass die Trikots richtig gut zu den Trainingsanzügen passen. Beim einheitlichen Auftritt macht den Mädels aus Wachtberg schon mal keiner mehr was vor. Trainer Lämmel freut sich, dass SWB Energie und Wasser sich auch für Randsportarten engagiert. „Das ist für uns sehr wichtig.“

Fast alle aus dem Dorf

Die Volleyballmädchen kommen fast alle aus dem Dorf, haben teils die gleiche Grundschule besucht, treffen sich auch privat häufig. Die Chemie stimmt also – auch zwischen Mädchen und Trainer. Während der SWB-Reporter beim Training Fotos machen, kichern und lachen die Zwölf- und 13-Jährigen unentwegt. Auf die Bitte des Trainers, doch mal ruhig zu spielen, entgegnet eine keck: „Aber du sagst doch immer, wir sollen Spaß beim Spiel haben.“ Wenig später sind sie dann aber doch ruhig.

Ein kleines Zeichen dafür, dass die Chemie stimmt.

Im Interview sagt Nina dann auch gleich: „Erstens finde ich, dass wir sehr gut unterrichtet werden. Wir bekommen sehr gutes Training.“ Antonella ergänzt: „Und sehr viele wertvolle Tipps.“ Nina freut sich vor allem über die gute Kameradinnenschaft: „Wir arbeiten gut zusammen und helfen uns und sind auch nicht gleich sauer, wenn eine mal einen Fehler macht.“ Turniere hat Antonella als „richtig anstrengend“ erfahren, weil man sich immer wieder auf neue Gegnerinnen einstellen muss. Aber: „Turniere sind auch spannender als normale Spiele.“

Der Teamgeist wird durch gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Spielfeldes gestärkt. Im letzten Jahr machten die Mädchen einen Ausflug zum Klettergarten in Bad Neuenahr. Zudem waren sie im niederländischen Arcen bei Venlo auf einem Beachvolleyballturnier mit Camping. Das sind Erlebnisse, die eine Mannschaft zusammenschweißen. (sst)

 


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