Stadtwerke befreien Kicker von alten Lumpen

Die neuen Trainingsanzüge der D1-Jugend des SV Wachtberg machen ganz schön was her - dank des Sponsorings durch "Immer am Ball".

D1-Jugend des SV Wachtberg freut sich über Trainingsanzüge. Trainer: Vereinssponsoring der SWB hat Vorbildcharakter. Ungewöhnliche Mannschaftstour mit Nachtangeln und Zelten

Für die D1-Jugend des SV Wachtberg war die neue Sponsoring-Runde „Immer am Ball“ ein Segen. Die SWB Energie und Wasser spendierten der starken Truppe einen Satz Trainingsanzüge. „Da war Not am Mann“, sagt Coach Uwe Naahs. Und sein Trainer-Kollege Ulrich Lohner ergänzt: „Das war extrem wichtig, weil wir sonst keine Ausstattung gehabt hätten. Ob Trikots oder Trainingsanzüge: Man kann Vereinssponsoring gar nicht hoch genug einschätzen. Deswegen: Wir sind den Stadtwerken richtig dankbar, dass es geklappt hat.“

Uwe Naahs weiß, dass es wichtig für die Kinder ist, in einem einheitlichen Look aufzutreten – und „in anständigen Klamotten, nicht in Lumpen“. Der Trainer findet, dass das Engagement der SWB Energie und Wasser Vorbildcharakter hat: „Wie kann man sich besser engagieren als im Jugendbereich für Kinder?“ Denn das hat einen Wert für die ganze Gesellschaft, betont Lohner: „Die Kinder, die wir beim Sport halten können, sind fitter und ausgeglichener als andere.“

Die Ecke kommt gleich. Leland erwartet den Ball am kurzen Pfosten.

Dass die Mannschaft des 1996er-Jahrgangs ausgewählt wurde, ist für Naahs kein Wunder. „Das ist so ein starker Zusammenhalt. Da gibt es kein böses Wort, keinen Streit. Da ist einer für den anderen da. Wenn zum Beispiel einer nichts mehr zu trinken hat, gibt ein anderer ihm was.“ Das, sagt Naahs, habe er in dieser Form noch nicht erlebt.

Der Mannschaftsgeist scheint also lebendig zu sein in der Mannschaft, die in der kommenden Saison 2009/2010 komplett in die C-Jugend hochgeht, obwohl auch zwei 1997er mitspielen. Die sind aber technisch sehr stark, erklärt Naahs, und Lohner ergänzt lachend: „Und sie gehören einfach mit zum Inventar.“

Daniel (13) spielt seit neun Jahren in Wachtberg. „Das klappt gut bei uns“, sagt der Sechser zum Teamgeist. Außenverteidiger Fabio (13) ergänzt: „Wir haben ein starkes Teamwork.“ Und wenn der sportliche Erfolg mal nicht eintritt, ist das nicht so schlimm. Denn es gibt wieder bessere Zeiten, was man auch von den Profis in der Champions League lernen kann. Daniel ist ManU-Fan und bleibt es auch, obwohl die Engländer gegen Barcelona 0:2 verloren. Fabio steht auf Werder Bremen und gibt die Hoffnung auch nach Niederlagen nicht auf. Der Pokalsieg kurz nach der Uefa-Cup-Pleite gab ihm Recht.

Wie Olli Kahn: Julian geht raus und verkürzt den Winkel.

Ebenso hat es die Wachtberger D-Jugend in der Staffel II selbst erlebt. Die Hinrunde war – gelinde gesagt – hundsmiserabel. Dass am Ende trotzdem Platz sechs herauskam, lag an der starken Rückrunde. Die Mannschaft hatte sich auch auf dem Platz gefunden. Die Folge: Nur eine Niederlage und zwei Unentschieden belasteten in der zweiten Serie das Minuskonto. „Hätten wir in der Hinrunde so gespielt“, sagt Lohner, „wären wir noch weiter vorne gelandet.“

Zur Stärkung des Mannschaftsgeistes tragen gemeinsame Unternehmungen abseits des Spielfeldes bei. Bei der diesjährigen Mannschaftstour hatten die jungen Fußballer die Qual der Wahl wie früher die Fernsehzuschauer beim ZDF-Wunschfilm: a) Indianerstadt im Phantasialand, b) Schwimmbad oder c) Nachtangeln mit Zelten und Lagerfeuer. Möglichkeit c) machte das Rennen, und die Coaches mieteten für das erste Juniwochenende einen Teich in Niederbiber bei Neuwied. Ein großes Abenteuer, das Jungs, Eltern und Trainer noch enger verbindet. (sas)

 


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