Und Mädchen können doch Fußball spielen

Die Mädels des SV Menden.

Die Juniorinnen-Teams des SV Menden wachsen beständig. Einladung zum Schnuppern
Wenn die deutsche Sprache ein wenig weiblicher wäre, könnte man Wiebke (11) ein Lausmädel nennen. Frecher Kurzhaarschnitt, keckes Lächeln, Herz auf der Zunge: so präsentiert sich die Angreiferin der D-Juniorinnen des SV Menden in Trikot, Hose und Fußballschuhen beim Donnerstags-Training. Warum sie beim SV Menden kickt? „Weil ich gern Fußball spiele.“ Vorher habe sie im benachbarten Meindorf gespielt, aber da gab es keine Mädchenmannschaft. Das hatte Folgen: „Die Jungs haben mir nie den Ball abgegeben, weil die meinten, Mädchen könnten keinen Fußball spielen.“ Und dann ist Wiebke eben zum SV Menden gekommen – so wie viele andere Mädchen.

Wiebke spielt mit Ball und Gegner.

Seit dem Frühjahr 2002 gibt es beim SV Menden eine D-Mädchen-Mannschaft. Trainerin Claudia Kohlen erinnert sich, dass damals die jetzige B-Juniorin Franziska Spitzeck einen wichtigen Impuls gab. Ihre Begründung: Beim Fußball im Schulsport habe sie nicht immer die Letzte sein wollen, die gewählt wird. Nach der Teamgründung sammelten die SV-Mädchen wichtige Erfahrungen durch Freundschaftsspiele und Turniere, ehe sie in der Saison 2003/2004 erstmals am Spielbetrieb der D-Juniorinnen-Staffel des Kreises Bonn teilnahmen – und sofort den dritten Platz belegten.

Die Zahl der jungen Fußballspielerinnen im SV Menden wuchs rasch, so Kohlen, seit der Verein in den Osterferien 2004 die Aktionswoche „Mädchenfußball“ einführte. Drei Mal wurde das Angebot wiederholt – viele Mädels konnten dadurch gewonnen werden. Auch Pia (9) gehörte; zu den Teilnehmerinnen, weil sie – wie ihr Bruder – dem runden Leder nachjagen wollte.

Myriel in Aktion.

„Die Mädchen-Jugendmannschaften wachsen beständig“, sagt Kohlen, die als Mädchenbeauftragte des Ver-eins für die letzte Saison eine D-7er-, eine C-7er- und eine B-11er-Mannschaft melden konnte. „In der nächsten Saison wollen wir eine Damen-Fußballmannschaft gründen“, verrät die Trainerin. Neben dem regulären Spielbetrieb ermöglicht der Verein den Mädchen auch Mannschaftsfahrten und die Teilnahme an mehrtägigen Turnieren. Mit weiteren Aktionen wie Saisonabschluss- und Weihnachtsfeiern soll der Teamgeist gestärkt werden. Fußballbegeisterte Mädchen ab sechs Jahren sind jederzeit herzlich eingeladen, einen Schnuppertag beim SV Menden zu absolvieren. Myriel (11) ist seit zwei Jahren dabei und spielt in der Abwehr der D-Juniorinnen. Sie hatte zuvor schon in einer Jungen-Bambini-Mannschaft gespielt. Sie findet, „dass die Mädchen nicht soviel foulen“. Auch ihre Mannschaftskol-egin Wiebke meint: „Die Männer machen immer soviel Körpereinsatz. Die Frauen dribbeln mehr und machen mehr Technik.“ Während Myriel sich noch nicht sicher ist, ob sie lieber Autorin oder Profifußballerin werden will, ist die Sache für Wiebke schon klar. Also Bundesliga-Spielerin? „Nationalmannschaft, bitte“, sagt sie bestimmend, und zeigt ihr schönstes Lausmädelgrinsen.
Weitere Informationen: www.svmenden-maedchen.de

 


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