Buschhoven nach Krimi in Rheindorf C-Jugend-Meister

Mannschaftsbesprechung beim Training: Coach Walther stimmt seine Jungs auf die letzten Aufgaben ein.

Erleichterung: Jetzt wird bei der Hertha nur noch gefeiert

Das Team vom SV Hertha-Buschhoven reiste als Tabellenführer zum letzten Meisterschaftsspiel an. Mit 2 Punkten Rückstand lauerte der Tabellenzweite VFL Rheinbach auf seine letzte Chance. Die Mannschaft vom TV Rheindorf, die zunächst schwach in die Saison gestartet war, überzeugte in den letzten Spielen durch starke Leistungen und demonstrierte zuletzt bei Fortuna Bonn mit einem 9:1 eine brillante Offensivleistung. Die Zuschauer konnten sich daher auf ein spannendes Spiel freuen, und sollten auch nicht enttäuscht werden.
Nachdem Buschhoven zuletzt aus einer verstärkten Defensive agiert hatte, wurde diesmal munter nach vorne gespielt. Es entwickelt sich von Anfang an ein Spiel mit vielen Zweikämpfen und zahlreichen Torraumszenen. So erzielte der TV Rheindorf schon frühzeitig das 1:0, dass jedoch vom Schiedsrichter wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Es war eine knappe Entscheidung, in jedem Fall aber Glück für Buschhoven. So fiel dann auch das erste zählbare Tor für die Hertha. Doch die Freude über die Führung hielt nicht lange an, denn das Team vom TV Rheindorf glich verdient zum 1:1 aus. In der Folgezeit erarbeitete sich die Mannschaft aus Buschhoven ein leichtes Übergewicht und nutzte die sich bietenden Chancen konsequent zur 2:1 und 3:1 Führung. Mit diesem beruhigenden Vorsprung ging es in die Pause.

Zur Halbzeit zu früh gefreut - Rheindorf kommt

Einige Spieler hatten offensichtlich in der Halbzeit bereits mit der Meisterfeier begonnen und waren dem nun folgenden verstärkten Druck des TV Rheindorf nicht gewachsen. So fiel kurz nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit auch der Anschlusstreffer. Das Gegentor, offensichtlich ein Weckruf für die Buschhovener Mannschaft kam gerade rechtzeitig. Konzentriert im Abschluss nutzte das Buschhovener Team die erste sich bietende Chance und stellte den alten Abstand von 2 Toren wieder her. In der Folgezeit beruhigte sich das Spiel ein wenig, viele Zweikämpfe im Mittelfeld, wenig Torraumszenen. In dieser Phase des Spiels rückte der Meistertitel in greifbare Nähe und die Trainer lehnten sich beruhigt zurück. Doch es sollte anders kommen.
Nach einem unnötigen Abwehrfehler in der Buschhovener Defensive verkürzte der TV Rheindorf, der seine Angriffsbemühungen nie einstellte, erneut auf 4:3. Jetzt war diese Mannschaft, die schon in den letzten Spielen ihre Torgefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte, nicht mehr aufzuhalten. Folgerichtig und verdient erhöhte TV Rheindorf fast spielerisch und ohne Gegenwehr bis zur 5:4 Führung. Noch 6 Minuten zu spielen. Trainer, Betreuer und mitgereiste Buschhovener Fans waren am Boden zerstört, Spieler lagen auf dem Platz mit Tränen in den Augen, überall Enttäuschung über die verlorene Meisterschaft.  
Doch im Angesicht des sicheren Sieges verzichtete TV Rheindorf auf weiteren Druck nach vorne und eröffnete so mehr Spielraum für das Buschhovener Team. Mit einem Verzweiflungsschuss aus 25 m direkt unter die Latte des gegnerischen Tores  läutete Dennis Nagel die wohl spannendsten 5 Minuten in der Geschichte dieser Mannschaft ein. 5:5! Was sich hier abspielte, war nichts mehr für schwache Nerven. Die zahlreichen Zuschauer beider Mannschaften waren völlig aus dem Häuschen und trieben ihre Mannschaften immer weiter an. Letzte  reguläre Spielminute: Nach einer wunderschönen Flanke schraubt sich Oliver Daube in die Luft und köpft mustergültig zur 6:5-Führung ein. Nun gab es kein Halten mehr, grenzenlose Euphorie, aber leider noch immer nicht das Spielende.

Dramatik auch noch in der allerletzten Spielminute

In der letzten Spielminute der Nachspielzeit pfeift der Schiedsrichter nach einem Foul zu Recht Freistoß für Rheindorf. Nur 18 m bis zum Tor, eine vergleichbare Freistoßsituation hatte kurz zuvor noch zu einem Gegentor geführt. Hektik breitete sich bei den Spielern und rund um den Platz aus. Der Spieler läuft an, trifft den Ball erneut gut, der dann jedoch zum Jubel der Buschhovener haarscharf über das Gehäuse von Joshua Sauren saust. Es folgte nur noch der Schlusspfiff, grenzenloser Jubel nach dieser unglaublichen Dramatik.
Die mitgereisten Fans aus Buschhoven tanzten auf den Tribünen und feierten ihre Mannschaft, die den Meistertitel doch noch zurück geholt hatte. Doch trotz aller Dramatik und neben dem Ärger über die verpassten Chancen waren es  die Spieler und Trainer vom TV Rheindorf, die zuerst gratulierten. Sie unterstrichen durch diese faire Geste einmal mehr die ausgesprochen gastfreundliche Atmosphäre im Rheindorfer Kessel. (so…..und jetzt wird nur noch gefeiert!) Frank Walther

 


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