

82 Kinder und Jugendliche kampierten drei Wochen im Schwarzwald beim 39. Kinder- und Jugendzeltlager der Buschhovener Hertha
Das größte Jugendzeltlager des Rhein-Sieg-Kreises hat 2009 seinen eigenen Rekord gebrochen: 82 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 16 Jahren sowie 23 ehrenamtliche Betreuer machten das 39. Kinder- und Jugendzeltlager des Sportvereins Hertha Buschhoven in Staufen am Rande des Schwarzwaldes zum größten seiner 39-jährigen Geschichte. Drei Wochen lang kampierten die Buschhovener in einer Zeltstadt aus 14 kleinen und einem Großzelt am Rande von Staufen im Ortsteil Grunern und erlebten dabei eines der feuchtesten Zeltlager seiner Geschichte.
„Jeden Tag hat es wenigstens einmal geregnet“, erzählt Lagerleiter Manfred Scheben nach der Rückkehr. „Doch dem munteren Lagerleben hat das überhaupt nicht geschadet.“

Zum Glück hatte ein Aufbauteam von 15 Männern aus Buschhoven ganze Arbeit geleistet und binnen einer Woche 14 Schlafzelte, Toilettenwagen, Küche, Volleyballnetz, Basketballkorb, Torwand, Streetsoccerplatz und ein großes Aufenthaltszelt aufgebaut und dabei alle Zelte mit Holzböden ausgestattet. Die waren auch wegen des weichen Bodens bitter nötig. Dass es den Kindern und Jugendlichen nicht langweilig wurde und richtige Zeltlagerstimmung aufkommen konnte, dafür sorgten die 23 Betreuer, die für das Zeltlager ihren Sommerurlaub opferten. Dabei wurde nicht nur Fußball gespielt gleich neben dem Zeltlager auf dem Rasenplatz des FC Grunern-Wettelbrunn, der wie in den Vorjahren sein Clubgelände der Hertha zur Verfügung gestellt hatte. Die Kinder wanderten wie schon ihre Elterngeneration hoch zur Staufener Burg, zogen ihre Bahnen in den Schwimmbädern von Staufen und Bad Krozingen, zeigten ihr Talent bei nachgespielten Fernsehshows wie „Schlag den (Betreuer) Raab“, „Wetten, dass“ und den „Montagsmalern“ hatten Riesenspaß beim Karaoke-Abend, beim Casino Abend, bei Stadtrallye und Lagerolympiade, bei Tischtennis, Volleyball und Streetsoccer, bei Ponyreiten und der traditionellen Nachtwanderung. Höhepunkte des Auflugsprogramms waren die ganztägigen Tagesausflüge in den Europa Park Rust, ins Kino in Freiburg und in das Erlebnisbad Laguna.

Tolles Programm dank Betreuer und Sponsoren
„Dass wir solch ein Lager mit solch einem Programm anbieten können, ist nur möglich, weil die Betreuer durchweg kostenlos und in ihrem Jahresurlaub arbeiten und zugleich örtliche Sponsoren und privater Gönner helfen, dieses Programm zu finanzieren“, dankte Gerd Scheben, der das Lager zusammen mit seinem Bruder Manfred seit Jahren leitet. Dabei begrüßten die Buschhovener auch zum Zeltlager 2009 wieder Gäste aus der Swisttaler Partnerstadt Quesnoy sur Deule. Sieben französische Kinder kamen aus Frankreich direkt nach Staufen und verstanden sich auf Anhieb mit ihren deutschen Freunden. Dabei halfen die guten Deutschkenntnisse der französischen Betreuerin, doch meistens halfen sich die Kinder selbst mit Händen und Füßen. Und schon nach wenigen Tagen waren die ersten deutsch-französischen Freundschaften geschlossen – mit dem Versprechen zum Abschied, in regem Briefkontakt zu bleiben.
Jeden zweiten Abend hieß es „Nous faisons la boum ce soir!“ („Heute Abend haben wir Beat/Disco“). Darauf freuten sich die Kinder ganz besonders. Im großen Zelt konnten dabei Kinder wie Betreuer beweisen, was für geborene Tänzer in ihnen stecken. Dabei versteht sich fast von selbst, dass beim Abschlussbeat Mr. und Mrs. Zeltlager gewählt wurden. Eine ganz spannende Wahl, wählten doch allein die Mädchen den beliebtesten Jungen, umgekehrt die Jungen das beliebteste Mädchen. Die Krone aufsetzen durften 2009: Saskia Schneider und Eric Gerhards.

Dass den Kindern trotz bescheidener Temperaturen und Regengüssen die Laune nicht verging, dafür sorgte auch Ingo Twistel. Der Koch aus Staufen versorgte täglich das Lager mit seinen 105 Bewohner mit köstlicher badischer Küche. An zwei Abenden setzten die Kinder dann selbst die Kochmütze auf und zauberten lukullische Raritäten an einem mobilen Pizza- und Döner-Ofen, der im Zeltlager Station machte. Natürlich kam auch der Sport im Zeltlager der Hertha nicht zu kurz. Neben dem Ablegen des Sportabzeichens fanden drei Freundschaftsspiele gegen die ortsansässigen Sportvereine statt. Die
Zeltlager-Mannschaft konnte immerhin mit zwei Siegen in drei Spielen nach Hause fahren.
Bergfest mit großer Beteiligung aus Buschhoven
Ganz besonders stolz waren die Kinder, dass zum traditionellen Bergfest der Besucherstrom kaum enden wollte. Rund 100 Buschhovener waren am 18. Juli nach Staufen aufgebrochen, um das Show-Programm der Kinder und Jugendlichen zu feiern. Unter den Gästen waren aber längst nicht nur Eltern der Kinder. „Es hat sich längst eingebürgert, dass viele ehemalige Teilnehmer und Betreuer das Bergfest nutzen, um alte Erinnerungen aufzufrischen und ein paar Tage Urlaub im Breisgau dranzuhängen“, so Manfred Scheben.
So manche Abschiedsträne floss eine Woche nach dem Bergfest, als die Kinder alle zusammen die letzte Nacht im großen Zelt verbrachten und zum Andenken ein Gruppenfoto bekamen, das flugs zur Unterschriftenkarte umfunktioniert wurde. Ganz besonders freuen sich die Kinder auf das Nachtreffen, bei dem das bis dahin zusammengestellte Zeltlagervideo gezeigt und Anmeldungen für
das nächste Jahr verteilt werden. Das Nachtreffen steigt am 22. November ab 15 Uhr im Sportlerheim der Hertha in Buschhoven. Außerdem werden in diesem feierlichen Rahmen die von 17 Jugendlichen im Zeltlager errungenen Sportabzeichen verliehen. (eB)