

Vorne sind die Nachwuchskicker schon Spitzenklasse. Hinten müssen sie noch lernen, weniger zu dribbeln
Wunderbares Fußballwetter herrscht an diesem Samstagmorgen auf dem Jugendsportplatz des SV Buschdorf 02. Die Bambinis des Jahrgangs 2003 werden von Trainer Guido Liebscher im Heimcontainer auf das Spiel gegen den FC Pech eingestimmt. „Ganz wichtig: Ihr müsst hinten den Ball rausschießen“, sagt Liebscher, der in seinem weißen Poloshirt und blauer Hose ebenfalls recht sportlich gekleidet ist. „Weil ihr hinten gedribbelt habt, haben wir gegen Alfter fünf Tore bekommen.“

Heute soll die Null stehen. Dazu knöpft sich Trainer Liebscher jeden der Kicker einzeln vor. Torwart Yasin habe zuletzt „Weltklasse“ gehalten und soll das auch heute tun. Jona bittet der Trainer inständig, hinten nicht zu dribbeln: „Hinten keine Kompromisse. Ball weg!“ Lenny soll die linke Seite besetzen wie Philipp Lahm bei den Bayern und im Nationalteam. „Christian: Du hast einen guten Schuss. Also schieß auch mal drauf.“ Ilias soll in der Mitte die Fäden ziehen. Und Mohamed ist derjenige in der Mannschaft, der die Tore macht, ein klassischer Sturmtank. Hinzu kommen noch Liebschers Sohn David, außerdem Tim, Johann, Mike und schließlich Hudeifa, der aber diesmal fehlt.
Zuletzt äußert sich der Coach zum Gegner: „Gegen Pech haben wir noch was gutzumachen. Da haben wir im Hinspiel ganz doll gespielt, aber das Tor nicht getroffen.“ Am Ende hieß es 2:2. Das soll heute besser werden. Als die Kicker in ihren neuen Trikot der SWB Energie und Wasser auf den Rasen laufen, sagt Liebscher: „Wenn ihr so Fußball spielt, wie ihr ausseht: Mein lieber Herr Gesangsverein!“
Während die Jungs sich beim Warmmachen die Bälle zuspielen, erläutert Luisa Liebscher, warum sie die Lieblingsbetreuerin der Bambinis ist. Die neunjährige Tochter des Trainers sagt: „Mir macht das Spaß. Ich helfe den Jungen, und ich trainiere manchmal auch mit denen.“ Ihr Vater sagt ihr, wie sie sich einbringen kann. Zum Warmspielen hat sie diesmal zum Beispiel die Hütchen aufgestellt. Selbst spielt Luisa keinen Fußball. „Ich reite“, sagt sie. Die Betreuung der Bambinis und die Teilnahme am Montags-Training sei aber ein guter Ausgleich.
Luisas Bruder David (6) spielt im Sturm. Er hat es gegen Pech heute besonders schwer. Sieben gegen sieben spielen die Bambinis. Es gelten in dieser kleinsten Spielklasse die gleichen Richtlinien wie in der F-Jugend.

Am Anfang läuft es diesmal besonders gut für die Jungs des SV Buschdorf. Wie Trainer Liebscher geraten hat, schießt Christian drauf, trifft die Latte mit seinem Hammerschuss, Mohamed staubt ab – 1:0. Wenig später wird Tim wunderbar frei gespielt und vollendet schusstechnisch perfekt zum 2:0. Doch dann kommt’s, wie der Trainer befürchtet hat: hinten vertändelt – nur noch 2:1. Das Hinten-Dribbeln wird deshalb auch beim Pausentee nochmals angesprochen. Trainer Liebscher feuert die Jungs noch mal an: „Schwitzen ist erlaubt“ und „Jetzt gebt ihr noch mal richtig Gas!“
Übrigens hat die Jugendabteilung des SV Buschdorf sogar einen eigenen Fanshop, wie ein Aushang mitteilt. Kein anderer als Guido Liebscher verteilt Autoaufkleber, Wimpel und sogar einen 1,40 Meter langen Fanschal. Auf dem feinen Stöffchen steht: „Jeck op Buschdorf“. Die Bambinis sind das – trotz leichter Abwehrschwächen – ganz bestimmt. (sas)