

Die Tischtennis-Jungen des SSV Merten wollen aufsteigen. Jugendabteilung freut sich über weiteren Nachwuchs
Die Sportfreunde Stiller haben auf ihrem Album „You Have To Win Zweikampf“ nicht nur die WM-Hymne „54, 74, 90, 2006“ verewigt, sondern auch den Song „Mag Tischtennis“. Darin raten die Eltern einem angehenden jungen Fußballfreund vom großen runden Leder ab: „Mach nicht mit bei diesem Lümmelspiel./Werd nicht so wie diese schmutzigen Halunken./So animalisch und debil,/So spaßbesessen und ständig betrunken./Mag doch einfach Tischtennis, mein Kind./Schau wie gut Chinesen darin sind.“ Dieser ironische Anti-Ping-Pong-Titel verdeutlicht, dass Tischtennis in der Popularitätsskala immer noch weit hinter dem Volkssport Nummer eins rangiert.
Zu Unrecht, meinen die Spieler der Tischtennis-Jungenmannschaft des SSV Merten. Kai (13) hat vor Beginn seiner Tischtennislaufbahn sechs Jahre lang Fußball gespielt. „Wir haben die ganze Zeit nur verloren“, berichtet er. Der Spaß und der Erfolg kamen erst vor etwa zwei Jahren mit den kleinen Bällen zurück. „Beim Tischtennis ist man mehr auf sich allein gestellt als bei Fußball“, sagt er. Auf dem einzelnen Spieler eines Teams laste mehr Verantwortung. Kais Schulkamerad Fabian (13) spielt ebenfalls in der Mannschaft – und zieht die technisch anspruchsvolle Sportart Tischtennis dem Fußball vor. „Und in der Halle spielen finde ich besser als draußen“, sagt Fabian verschmitzt. „Ich stehe nicht so auf Beinarbeit.“ Obwohl man die natürlich auch beim Tischtennis brauche, ergänzt Trainer Christian Steinbüchel, der die Schüler und Jugendlichen des SSV Merten gemeinsam trainiert.
Steinbüchel geht davon aus, dass die Jungen-Mannschaft den ersten Platz in der Kreisklasse 2 verteidigt und aufsteigt. Bei den Schülern hatte das Team – zu dem auch noch Thomas und Matthias gehören – zuletzt in der Bezirksliga gespielt.

Wie TT-Abteilungsleiter Hermann Giesenow sagt, hat der SSV Merten zurzeit zwei Jugendmannschaften gemeldet. Das ist so etwas wie ein Neuanfang, denn in den letzten zehn Jahren davor habe die Tischtennis-Abteilung kaum Jugendarbeit betrieben und „kurz vor der Vergreisung“ gestanden. Mit dem engagierten Trainer Christian Steinbüchel, der auch in der ersten Herren-Mannschaft des SSV Merten spielt, soll das laut Giesenow anders werden. Natürlich will Steinbüchel seinen Spielern die nötige Technik vermitteln, damit sie an der grünen Platte bestehen können. Aber es gehe ihm um noch mehr: „Ich sehe auch die soziale Komponente, dass ich damit die Kinder von der Straße hole.“
Tatsächlich freuen sich Spieler und Verantwortliche des SSV sehr über die neuen Trikots der Aktion „Immer am Ball“, die von SWB Energie und Wasser und General-Anzeiger veranstaltet wurde. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Giesenow. (sas)
Weitere Informationen: www.ssv-merten.de