

Die weibliche A-Jugend der SSF Fortuna Bonn will zu den Westdeutschen Meisterschaften. Einige Spielerinnen sind zudem in der Damen-Regionalliga aktiv
Sarah (18) ist Kapitänin der weiblichen Volleyball-A-Jugend der SSF Fortuna Bonn. Warum sie die Mannschaft der 16- bis 19-jährigen Mädels auf das Spielfeld führt, wird im Gespräch schnell deutlich. Ihr Auftreten offenbart Führungsqualitäten. So erklärt sie souverän, die diesjährige Spielgemeinschaft mit den Mädchen vom SV Rot-Weiß Röttgen funktioniere prima: „Wir verstehen uns ziemlich gut“, so Sarah. „Teamgeist ist auf jeden Fall da.“ Und noch mehr: „Wir kämpfen, bis der Arzt kommt.“
Wie einige andere Mädchen spielt Sarah auch noch in der Regionalliga-Damen-Mannschaft der SSF Fortuna. Das heißt für sie dienstags, donnerstags und freitags Training, dazu Spiele am Wochenende. „Es macht Spaß, sonst würde ich es nicht machen“, sagt die Spielführerin, die zum Training ein witziges Sweatshirt trägt, auf dem „Der Volleybär“ steht.
Wie Trainer Sebastian Vieten sagt, sind die meisten der Mädels befreundet, unternehmen auch außerhalb des Volleyballs viel gemeinsam.
Carolin (17) sagt: „Was uns ausmacht, ist, dass wir alle in der Region wohnen und nicht eingekauft sind wie manchmal Spielerinnen in anderen Vereinen.“ Sie muss es wissen, schließlich reist sie mit dem Team in der NRW-Liga herum, zu Spielstätten in Essen, Bocholt oder Münster. Carolin und ihre Zwillingsschwester Kathrin spielen ebenfalls Regionalliga. „Es macht auf jeden Fall Spaß“, sagt Kathrin – auch, weil die erste Damen-Mannschaft zurzeit vorne mitspielt und Chancen auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga hat. Kathrin sagt, dass die halbe Mannschaft in Tannenbusch das Gymnasium besucht. „Dadurch sind wir alle erst zum Volleyball gekommen, weil es hier eine Volleyball-AG gab.“

Trainer Vieten spielt schon in der 2. Bundesliga, und zwar in der ersten SSF-Herrenmannschaft. Er erläutert, dass alle Spielerinnen in der A-Jugend und in einer Damen-Mannschaft tätig sind – ob in Regional-, Ober-, Landes- oder Bezirksliga. „Wichtig ist, dass sie dort spielen können.“ Denn in der Jugend gebe es bloß vier Spieltage à zwei Matches.
Den A-Jugend-Mädchen traut Vieten mehr zu, als sie bisher in der NRW-Liga gezeigt haben. Den sechs Niederlagen stehen bisher nur zwei Siege entgegen. „Ziel ist es, die Westdeutschen Meisterschaften zu spielen“, sagt Vieten. Und zum Glück werden beim Qualifikationsturnier in Oberhausen die Karten neu gemischt. Momentan fehle es noch ein bisschen an der Abstimmung. Vieten hofft, dass sich die Mädels weiter steigern können, das Ticket zu den Westdeutschen nach Lünen lösen und dort mindestens den fünften Platz der Vorsaison wiederholen.
Mit dem Selbstbewusstsein, das Kapitänin Sarah an den Tag legt, wird das sicherlich gelingen. Gefragt nach einem Vorbild, sagt die 18-Jährige nur keck: „Eine Spielerin, die ich bewundern kann, habe ich nicht. Ich bewundere mich selbst.“ Wer sie nachher beim Training in der Halle des Tannenbusch-Gymnasiums aufschlagen und schmettern sieht, wird unumwunden zustimmen.
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