

Die E-Jugend der SG Ollheim/Straßfeld setzt auf Teamgeist. Handball-Boom nach WM-Sieg spürbar. Jugendabteilung hat mehr als 110 Mitglieder
Jürgen Heßler muss seine Stimmbänder ganz schön strapazieren, um die diesmal etwa 15 E-Jugend-Spieler der SG Ollheim/Straßfeld in Zaum zu halten. Wie eine Herde junger Wildpferde preschen die zehn- und elfjährigen Jungen und Mädchen durch die Turnhalle der Schule Heimerzheim. „Wir prellen in den Neun-Meter-Kreis, mal mit links, mal mit rechts“, ruft Heßler, „und versuchen, unserem Nebenmann den Ball wegzuschlagen.“ Die Kinder folgen ihm aufs Wort.
Bei 22 Spielern stellt die SG Ollheim/Straßfeld im E-Jugend-Bereich in diesem Jahr sogar zwei Mannschaften. „Damit jeder spielen und sich weiterentwickeln kann“, sagt Trainer Heßler, und zwar motorisch und im sozialen Verhalten. Die E 1 ist in der Kreisliga Tabellenzweiter und hofft, den Spitzenreiter Godesberg am letzten Spieltag an diesem Wochenende noch ein bisschen ärgern zu können. Die E 2 ist in der etwas schwächeren Kreisklasse auch vorne mit dabei.
Die Nachwuchs-Handballer der Jahrgänge 1997/1998 trainieren dienstags und donnerstags. Nach dem WM-Sieg der deutschen Handballnationalmannschaft hat auch die Jugendabteilung der SG Ollheim/Straßfeld einen Boom erfahren. Wie Jugendwart Friedhelm Schmitz erläutert, engagieren sich die Handballvereine auch an Schulen, etwa mit Lehrerseminaren.
E-Jugend-Trainer Heßler freut sich über Neulinge, egal ob sie schon Erfahrung haben oder noch „Frischlinge“ sind. „Das macht ja gerade den Reiz der Arbeit eines Trainers aus, das Ganze unter einen Hut zu bekommen.“
Neben dem Spielbetrieb unternehmen die Handballer auch noch eine Menge gemeinsam. Bei der letzten Weihnachtsfeier stand Bowling auf dem Programm, Turnierteilnahmen werden zu Zeltlagern umgestaltet, und die E-Jugend geht schon seit Jahren im Ollheimer Karnevalszug mit. Wenn der große VfL Gummersbach in der Köln-Arena spielt und Trainer Heßler Freikarten organisieren kann, erleben die E-Jugendlichen ihre großen Vorbilder live.
„Im Sommer“, berichtet Heßler, „gehe ich dann mit den Kindern raus: Fahrrad fahren oder Inliner. Einfach, damit sie Spaß an der Bewegung haben und dabei bleiben.“ Die Handball-Saison dauert von September bis Februar, anschließend finden die Qualifikationsturniere für die neue Saison statt.

Die Kinder sind mit Begeisterung bei der Sache. Lukas (11) sagt: „Ich finde Handball besser als Fußball, weil man dabei nicht draußen spielen muss. Außerdem kann man mit der Hand besser tricksen als mit dem Fuß.“ Kay (10) mag Handball nicht nur, weil er Sohn des Trainers ist: „Ich find’s gut, weil es ein Mannschaftssport ist, weil wir zusammen gewinnen möchten und zusammen verlieren. Und weil wir den Teamgeist haben, Erster zu werden.“
Über die Aktion „Immer am Ball“ und die Trikotspende der SWB Energie und Wasser hat sich die E-Jugend riesig gefreut – und über die Verleihung im Kinopolis mit der Filmvorführung von Wortmanns „Das Sommermärchen“. „Wir als Verein sind glücklich, dass es solche Sponsoren gibt, die die Jugend unterstützen“, sagt Heßler. „Wir sind den Stadtwerken dankbar, dass sie uns ausgewählt haben.“
Zurzeit sind für die Handball-Abteilung der SG mehr als 110 Jugendliche gemeldet. Wie Jugendwart Schmitz berichtet, sind bei den Jungen von den Minis bis zur A-Jugend alle Altersklassen besetzt. In der nächsten Saison soll zusätzlich zur weiblichen C-Jugend auch eine weibliche B-Jugend gemeldet werden. „Wir können uns über Zuspruch nicht beklagen“, sagt Schmitz. „Nur mit den Trainingszeiten stoßen wir hin und wieder an unsere Grenzen.“ (sas)
Weitere Informationen: www.sg-ollheim-strassfeld.de