
SWB Energie und Wasser unterstützt die Nachwuchsläufer des SC Fortuna Bonn. Bundesstadt-Pokal und Schaulaufen als letzte Höhepunkte des Jahres
Keine Frage: Rollkunstlaufen ist eine sehr elegante Sportart. Die Läufer scheinen am ersten Samstag des Oktobers beim Bundesstadt-Pokal durch die Hardtberghalle zu gleiten, wenn nicht zu schweben. Sie bewegen sich zu klassischer oder Klassiker-Musik, tragen kunstvolle Kostüme. Selbst die sonst so klobig erscheinenden Rollschuhe wirken beim Kürwettbewerb, als wären sie federleicht. Doch hinter den scheinbar mühelosen Auftritten steckt eine Menge Arbeit, sowohl technisch als auch körperlich.
"Mary Poppins" Anfang Dezember
Das weiß kaum eine besser als Birgit Raisl, die Trainerin der Rollkunstläufer des SC Fortuna Bonn. „Es ist der erste Rollkunstlaufwettbewerb in Bonn seit 20 Jahren“, sagt sie. Für die Abteilung ist das der letzte sportliche Höhepunkt in diesem Jahr, bevor am ersten Dezember-Wochenende das traditionelle Schaulaufen stattfindet; zwei Tage hintereinander „Mary Poppins“ in der Halle im Sportpark Nord.
Jetzt hat sich die Rollkunstabteilung also wieder einmal an ein Turnier herangetraut. Und wer hinter die Kulissen schaut, in die Cafeteria, an die Kasse, auf die Wertungs- und Kommentatorentische, der weiß, dass hier eine Menge ehrenamtliches Engagement im Spiel ist.
A- und B-Noten
Sechs Vereinsmannschaften aus NRW und Rheinland-Pfalz sind an diesem Samstag zu Gast. „Wir selber haben 54 Läufer am Start“, sagt Birgit Raisl. Die jüngsten sind drei Jahre alt. Ab fünf kann man schon Kür laufen. Im Moment sind die Freiläufer ab sechs Jahren in der Halle. Emely (6), Elena (7) und Sophia (6) bereiten sich auf ihren großen Auftritt vor. Kurz vor dem Wettbewerb haben die Kinder nochmals die Gelegenheit, sich einzulaufen. Die jungen Sportler haben selbst die Musik gewählt, zu der sie in den zwei Minuten Kür laufen wollen. Das Ganze erinnert stark an Eiskunstlauf, auch die Benotung ist ähnlich. Note A bewertet die Technik und Note B den Ausdruck, das Künstlerische. Oder wie es Birgit Raisl sehr griffig auf den Punkt bringt: „A ist, was man macht, und B ist, wie man’s macht.“
Irini Ahouzaridi leitet die Rollsportabteilung im SC Fortuna Bonn. Gemeinsam mit Trainerin Raisl freut sie sich sehr darüber, dass die Stadt Bonn an diesem Tag die Hardtberghalle zur Verfügung gestellt hat. Andererseits sei das für einen Wettkampf wie diesen aber auch nötig. „Optimal ist nur das hier – Parkett.“ Wie viele andere eher exotische Sportarten hat der Rollkunstlauf ein Imageproblem. „Es ist eine Randsportart“, sagt Ahouzaridi. „Deshalb nehmen uns viele überhaupt nicht wahr.“ Dabei sei es schon bemerkenswert, in welchen Klassen die Leistungssportler der Abteilung starten. Nathalie Wunder beispielsweise, die jüngst Deutsche Meisterin wurde und auch bei den Europameisterschaften fast ganz vorne landete.
Irini Ahouzaridi sagt, dass sich die Eltern sehr stark engagieren. Dennoch: „Wir brauchen jegliche Art von Unterstützung“ – sei es finanziell oder aber durch Sponsoren. Besonders gefreut hat sich die Abteilungsleiterin, dass SWB Energie und Wasser die Leistungssportler unterstützt. Alle Läufer, die in NRW-Wettkämpfen starten, haben bei der „Immer am Ball“-Aktion in diesem Jahr neue Trainingsjacken bekommen. So treten die Sportler jetzt einheitlich in Rot auf. Auch den Bundesstadt-Pokal in der Hardtberghalle unterstützt SWB Energie und Wasser. Jedes Kind und jeder Jugendliche bekommt am Ende ein kleines Geschenk mit auf den Heimweg, in diesem Fall eine der praktischen Brotdosen aus dem Haus des Energieversorgers.
Viele Laufkinder in einer Familie
Während Trainerin Birgit Raisl mit anspornenden Worten ihre nächsten Schützlinge aufs Feld schickt, erläutert Irini Ahouzaridi, warum die Abteilung sehr familiär ist: „Wir sind ein Verein mit vielen Laufkindern in den Familien.“ Wenn eine Familie mehrere Kinder hat, dann ist also die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie alle die Rollschuhe schnüren. Die Abteilungsleiterin bemerkt, dass viele der Kinder bei den Wettbewerben auch gegeneinander antreten. „Trotzdem sind sie gut miteinander befreundet.“ Man feuert sich an, fiebert bei schwierigen Sprüngen und Figuren mit und tröstet natürlich auch bei Bedarf. Deshalb ist es dann auch immer besonders schön, wenn das Team den Mannschaftspokal gewinnt – wie an diesem Tag den Bundesstadt-Pokal 2011. (sst)