Von Poldi, Ballack und den Bambinis aus Röttgen

Die Bambinis von Rot-Weiß Röttgen mit einem der neuen Trikots in knallrot.

Rot-Weiß Röttgen bemüht sich erfolgreich, dem Fußballnachwuchs die Grundlagen des Spiels zu vermitteln

Fast alle tragen Deutschland-Trikots, spielen als Ballack, Podolski oder Neuer. Die Röttgener Bambinis des Jahrgangs 2004 wuseln über den Ascheplatz am Herzogsfreudenweg. Den Kurzen ist der Spaß am Spiel anzusehen. „Freude. Joy. Joie. Bonn“ steht in einer Ecke des Schildes mit der Aufschrift „Sportplatz Röttgen“. Auf der anderen steht „Erfolg. Success. Succes. Bonn“. In dieser Alterklasse steht die Freude ganz klar vor dem Erfolg. Das wird an diesem Trainingsnachmittag deutlich.

Warmlaufen, Beweglichkeitsparcours, Aufwärmen ohne Ball, Ballführung und Zupassen: Während Trainerin Karin Mayer ihre Spieler angemessen auf das Trainingsspielchen später einstimmt, plaudert ihr Mann Michael ein bisschen aus dem Trainer-Nähkästchen. Im Bambini-Alter dürfe man freilich noch nicht so große Maßstäbe anlegen wie vielleicht in der A- oder B-Jugend. „Aber in diesem Alter werden die Grundlagen gelegt.“ Bei dem einen klappe das ein bisschen schneller, bei dem anderen nicht so schnell.

Hier geht es um Beweglichkeit und Koordination.

„Es kann schon mal passieren, dass der eine oder andere keine Lust hat, sich in den Sandkasten setzt und in die Luft guckt“, schildert Michael Mayer schmunzelnd. Aber da muss man als Trainer einer Bambini-Mannschaft eben gelassen mit umgehen. „Manche brauchen eben etwas länger, um sich zu entwickeln.“

Viele Familien erkennen laut Mayer am Anfang gar nicht, was eine Mannschaftssportart an Pflichten mit sich bringt – schon für die ganz Kleinen. „Was viele unterschätzen: Der Familienplan muss darauf abgestimmt werden“, so Michael Mayer. Zweimal die Woche auf dem Sportplatz zusammen zu kommen, erfordere schon eine gewisse Disziplin. Indes: Nur über regelmäßige Übungen kann der Trainer auch etwas erreichen.

SWB Energie und Wasser fördert Basisarbeit

Die Röttgener Fußballabteilung ist stolz darauf, dass sich die heutigen A-, B- oder C-Jugendteams überwiegend aus ehemaligen Bambinis zusammensetzen. Das Fördern eigener Talente ist das eine, was kleine Vereine ausmacht. Das andere ist ein Dilemma: Sobald einige Spieler richtig gut sind, versuchen die Großen, sie abzuwerben. Das ist im Jugendfußball in Bonn nicht anders als in der Bundesliga. Häufig machen dann jene Vereine das Rennen, die einen besseren Platz oder eine bessere Ausstattung bieten. Deswegen war die Förderung von SWB Energie und Wasser mit den Immer am Ball-Trikots an der Stelle goldrichtig.

Die Bambinis wissen schon recht gut mit dem Ball umzugehen.

Warum die Röttgener Bambinis bei der diesjährigen Förderrunde dabei sind, wird beim Training deutlich: Die Jungs sind eine Gemeinschaft, in der jeder langsam aber sicher lernt, seine persönlichen Bedürfnisse in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Dafür steht Trainerin Karin Mayer, die sanft, aber bestimmt Grundtugenden vermittelt, die man so nur im Sportverein erlernt. Da beschwert sich ein Kicker, weil er für das Trainingsspiel wieder einmal in die vermeintlich schlechtere Mannschaft gewählt wurde, worauf die Trainerin entgegnet: „Jeder muss mal mit jedem spielen.“ Vordrängler beim Fußball-Slalom werden nicht geduldet – und auch die Wasserverschwendung in der Trinkpause nicht, denn auch „das kostet Geld“. (sst)

 


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