

Wie man aus zwei Vereinsmannschaften eine erfolgreiche Partnerschaft macht
Die Probleme sind bekannt: Ein kleiner Dorfverein bemüht sich darum, eine schlagkräftige Nachwuchs-Fußballmannschaft auf die Beine zu stellen.
Der Trainer weiß um ambitionierte, entwicklungsfähige Jungkicker in den Reihen des Teams; der Aufwand in den Übungseinheiten wird erhöht, doch am Ende setzt es meist herbe Niederlagen gegen die "großen", etablierten Vereine aus der Nachbarschaft.
Da ist die Freude groß, wenn es irgendwann mal gegen einen ebenso kleinen Dorfklub geht, um wenigstens einmal eine Siegchance zu besitzen.
"So kannst du die Kinder nicht auf Dauer bei der Stange halten", sagte sich eines Tages auch Markus Piek, seines Zeichens Vater eines fußballbegeisterten Sohnes und Nachwuchscoach beim SV Birlinghoven.
Ein Gedanke, der auch Michael Otto beim Nachbarverein TV Rott kam. Und so schlossen sich die beiden damaligen Bambini-Teams mit Unterstützung der Jugendleiter Willi Eudenbach und Michael Seele zur Jugendspielgemeinschaft (JSG) Birlinghoven/Rott zusammen.
Erste Erfolge stellten sich ebenso schnell ein wie ein beispielloser Zusammenhalt von Spielern, Trainern und Eltern. "Das ist wichtiger als jedes noch so gute Ergebnis", wissen Piek und Otto, die mit ihrer Mannschaft in dieser Spielzeit als F-2-Junioren an den Start gehen.
Doch was nützt aller Spaß am Spiel, was nützen noch so schöne Erlebnisse, was nützen Siege, wenn das Outfit nicht mit der sportlichen Entwicklung einhergeht? Da kamen die neuen Trikots der Stadtwerke Bonn (SWB) Energie und Wasser und des General-Anzeigers gerade recht. Die neue, schmucke Kluft ganz in Weiß "erinnert ein bisschen an Real Madrid", sagt Piek.
Und so dribbeln, passen und tricksen die "Mini-Kicker" der JSG mit neuem Elan - ganz nach dem Vorbild der "Königlichen" aus der spanischen Hauptstadt. Einziges Manko: Der "kleine Raúl" ist inzwischen zu einem größeren Verein abgewandert, wenngleich er sich bei den Übungseinheiten seiner Ex-Kameraden noch regelmäßig blicken lässt.
"Deshalb können wir derzeit den Ansprüchen einer Spitzenmannschaft wie Real leider nicht gerecht werden", grinst Piek und fügt hinzu: "Wir müssen uns eher auf die Fähigkeiten eines Fabio Cannavaro besinnen."
Dieser ist bei der JSG Birlinghoven/Rott schnell ausgemacht: Er heißt Gustav, wird ab sofort nur noch Gustavo gerufen und ist ein "technisch beschlagener Abräumer".
Was die kleinen Gutis im Mittelfeld anbelangt, so verfügt die JSG in Ben und Cedrik gleich über zwei. Lorenz ist der "Nachwuchs-Casillas" im Tor - und dann gibt's da noch einen Mini-Kicker, der gar nicht ins Schema passt: Emily ist das einzige Mädchen im Team, aber für die Mannschaft enorm wichtig, weil vielseitig einsetzbar. "Sie ist von den Jungs voll akzeptiert", freut sich Piek. (ley)
Weitere Infos: www.sv-birlinghoven.de