Hockey-Filmstars ohne Allüren

Sie haben Spaß am Hockey: Die Knaben A des HTC Schwarz-Weiß Bonn.

Die Knaben A des HTC Schwarz-Weiß Bonn sind hungrig auf Bälle. Höchste Spielklasse auf dem Feld und in der Halle

Sie sind die Filmstars der Aktion „Immer am Ball 2011“, denn sie haben mit dem besten Bewerbungsfilm den erstmals vergebenen Jugendsport-Oscar gewonnen. Auf dem Platz in Ippendorf begegnen einem jedoch keine Stars mit Allüren und Wehwehchen, sondern ganz normale 13 und 14 Jahre alte Jungs, die freundlich und unkompliziert alles Fragen des SWB Energie und Wasser-Reporters beantworten.

Der Ball wird eng am Schläger geführt.

Wie ist denn Hockeyspielen? Lennart (13): „Schön, schnell, macht Spaß. Und ist ein Teamsport.“ Benni (13): „Hat alles, was das Herz begehrt.“ Und die neuen Trikots von SWB Energie und Wasser? Benjamin (13): „Schick, auf jeden Fall super. Kann man gut drin spielen, weil die sehr leicht sind.“ Und es sind exakt die gleichen Trikots, in denen die deutschen Hockey-Herren in diesem Jahr Europameister geworden sind. Nur der Werbeschriftzug war ein anderer.

Regionalliga ist Maß der Dinge

Die A-Knaben des HTC Schwarz-Weiß Bonn sind ein Team der Jahrgänge 1997 und 1998. Regelmäßig im April wechseln die älteren Jahrgänge im Hockey in die höheren Teams. Dann wird Feldhockey gespielt, bis es in die Halle geht. In diesem Jahr nach den Herbstferien. Noch spielt die Mannschaft auf dem Feld in der Regionalliga, der höchsten Spielklasse in Nordrhein-Westfalen. Für die Halle hat der Verein eine Regionalliga-Mannschaft und eine Oberliga-Mannschaft gemeldet. Ein ehrgeiziges Ziel, wie Betreuerin Verena Mühlhäuser-Güldenberg berichtet. Während auf dem Feld elf Spieler inklusive Torwart zum Einsatz kommen, sind es in der Halle fünf plus eins.

Torwart mit Ballgefühl: Benjamin, 13 Jahre.

An der Seitenlinie steht bei den A-Knaben seit kurzem ein ganz erfahrener Mann: Oliver Voigt ist Cheftrainer im HTC, coacht neben den A-Knaben auch die Mädchen B und ist Verbandstrainer. Seine Knaben A hat er noch nicht so oft spielen gesehen, ist aber sicher: „Die gehören definitiv in die Regionalliga.“ Und dann fügt er hinzu: „Da steckt noch Potenzial drin, das man herauskitzeln kann. Die sind noch nicht am Limit.“ 13 und 14 Jahre – das sei ein perfektes Lernalter. Dass alle immer beim Training sind, ist laut Voigt beileibe nicht selbstverständlich und stimmt ihn zuversichtlich. Währenddessen machen die 20 Jungs unter der Leitung von Co-Trainer Philipp Geiger Athletiktraining. Sie spurten, trainieren die Bauchmuskeln und pumpen Liegestütze. Der Jungenschweiß fließt schon bald in Strömen.

Dynamische Sportart

„Für Hockey muss man vielseitig begabt sein“, sagt Trainer Voigt. Die Technik sei sehr anspruchsvoll, ebenso die athletischen Anforderungen. „Das kann nicht jeder spielen.“ Obwohl die Bälle ziemlich hart sind und die Schläger auch, kommt es laut Voigt seltener zu Verletzungen, als man meint. „Es ist aber eine der dynamischsten Sportarten überhaupt.“

Betreuerin Verena Mühlhäuser-Güldenberg ergänzt, dass es beim Hockey vergleichsweise wenig Unterbrechungen gibt. „Noch schneller ist es in der Halle, wenn es über Bande geht.“

Ganz schön kraftraubend: Co-Trainer Philipp Geiger lässt Liegestütze pumpen.

Noch hat der HTC keine eigene Halle, aber vielleicht bald. Für den neben der Tennishalle geplanten Bau fehlen mittlerweile nur noch 4.000 Euro Eigenkapital, berichtet Verena Mühlhäuser-Güldenberg. Flohmärkte, Spendenläufe, Turniere und Spenden haben das Ziel in greifbare Nähe rücken lassen. „Die Eltern machen hier schon eine Menge“, lobt Trainer Voigt. Betreuerin Mühlhäuser-Güldenberg bestätigt: „Ein Großteil der Eltern ist irgendwie eingebunden und fühlt sich verantwortlich.“

Gerappt, getanzt, gespielt

So wie auch Sabine Gebel. Sie war die Projektleiterin für die diesjährige „Immer am Ball“-Bewerbung. Torwart Benjamin erinnert sich, dass der Freund eines Vaters mit einer professionellen Kamera anrückte. Dann wurde die Choreo gelernt und um die Blaue Couch gerappt, getanzt und gespielt. Zack, zack, zack – so dynamisch wie sonst auf dem Feld.

Und auch der Trainer bekommt ein Lob, während er die Jungs über den Kunstrasenplatz schickt. Sabine Gebel sagt: „Die Qualität des Trainings ist eine besondere.“ Verena Mühlhäuser-Güldenberg ergänzt: „Deswegen sind sie so motiviert.“ Obwohl die Jungs zwei Mal in der Woche zweieinviertel Stunden trainieren und neben dem Spielbetrieb auch noch an Turnieren teilnehmen, lässt die Freude im Umgang mit dem Ball nicht nach. Verena Mühlhäuser-Güldenberg: „Die wollen spielen, spielen, spielen.“ (sst)

 

 


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