

Die D1-Jugend der Spielgemeinschaft Rheinbach-Wormersdorf will ihren Titel verteidigen. Wenige Punkte trennen die Jungs von der „Talentiade“
Lukas (12) hat keine Chance, sich dem Handball zu entziehen. „Ihm blieb gar nichts anderes übrig“, sagt sein Vater und Trainer Gilbert Schwolow. Denn nicht nur der Senior hat seit der Jugend selbst Handball gespielt und später die erste, zweite und Damen-Mannschaft der HSG Rheinbach-Wormersdorf trainiert, bevor er vor sieben Jahren das Team seines Sohnes übernahm. Auch Lukas’ Onkel Dietmar Schwolow (Trainer der HSG-Herren) und seine zwei Cousins Tobias und Timm (B- und C-Jugend) sind mit dem kleinen runden Leder auf Du und Du.
„Meine ganze Familie spielt Handball“, sagt Lukas, halblinker Rückraumspieler in der D1-Jugend. „Ich mach’s gern und habe in der Mannschaft viel Spaß“, sagt der Zwölfjährige, dessen Vorbild der französische Nationalspieler Nicola Karabatic ist. Dass das Spielen in der Mannschaft ihm Freude macht, könnte auch am Erfolg liegen. Die D1 der HSG steht einige Spieltage vor dem Saisonende an der Tabellenspitze, sagt Trainer Schwolow. „Und wir hoffen, dass wir unseren Meistertitel wiederholen können.“ Sollte das gelingen, winkt die Teilnahme an der „Talentiade“, der Mittelrheinmeisterschaft mit den besten Handballteams der Region.
Schwolows Spieler sind Jahrgang 1995/1996, also elf bis 13 Jahre alt. Einige trainiert er schon seit sieben Jahren. Die Kameradschaft sei besonders gut. „Das beschränkt sich nicht nur auf Handball. Die machen auch in der Freizeit gemeinsam was“, so der Trainer. Patrick (11) ergänzt, dass die Spieler auch beim Karnevalszug in Wormersdorf mitgehen. Patrick weiß, warum Teamgeist nötig ist: Nur wenn sich alle gemeinsam reinhängen, sind Erfolge möglich. Deshalb seien einige Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der EM auch einfach miserabel gewesen.

Trainer Schwolow hat seit dem WM-Titel im vergangenen Jahr einen kleinen Handball-Boom verzeichnet. „Das war ein Highlight.“ Viele Spiele haben die Jungs zusammen im Vereinsheim am alten Waldschwimmbad gesehen. Trainiert wird in der Halle Berliner Straße am städtischen Gymnasium, während auf dem anderen Halbfeld die D2-Jugendlichen üben.
Schwolow rät, möglichst früh mit dem Handball anzufangen – am besten schon mit sechs Jahren. Um in einer ersten Jugend-Mannschaft zu spielen, müsse man schon zweimal die Woche trainieren. Schließlich sei Handball anspruchsvoller als Fußball, und man habe in der Freizeit eben selten Gelegenheit zum Üben. Handballbolzplätze gibt es ja nicht.
Jan (12) hat in der D1 den vermutlich härtesten Job: Er steht im Tor. „Am härtesten finde ich, wenn ein harter Ball gegen den Pfosten prallt und von dort in mein Gesicht.“ Trotzdem macht ihm sein Sport einen Riesenspaß – und seine Mannschaft. „Wir machen auch manchmal ein bisschen Quatsch.“
Gefreut haben sich die Jungen über die Trikotspende der SWB Energie und Wasser im Rahmen der Aktion „Immer am Ball“. „Das war für die Jungs natürlich ein Höhepunkt“, sagt der Trainer. Er verrät, dass sich die Spieler einen orange Dress ausgesucht haben, obwohl die üblichen Vereinsfarben eigentlich Grün und Blau sind. In jedem Fall sind die Trikots knalliger – vielleicht auch ein bisschen abschreckend für den Gegner. Gehörigen Respekt verschaffen sich die Jungs allerdings schon vor dem Anpfiff mit ihrem Schlachtruf. Lukas zitiert: „Wir begrüßen den Schiedsrichter und die gegnerische Mannschaft mit einem ,Wir packen die Sau am Schwanz’!“ So kann auf dem Weg zur Titelverteidigung ja nichts mehr schief gehen. (sas)
Weitere Infos: www.hsg-rheinbach-wormersdorf.de