

Die fusionierte D1-Jugend der Spielgemeinschaft Niederpleis-Sankt Augustin erzeugt reichlich Eigenenergie. Die SWB-Aktion „Immer am Ball“ spendierte den Nachwuchshandballern neue Trikots
Die D1-Jugend der HSG Niederpleis-Sankt Augustin könnte auch Dynamo heißen. Kein anderes Team der laufenden „Immer am Ball“-Förderrunde taugt besser für den Vergleich einer Sportmannschaft mit einem Dynamo. Denn der ermöglicht Energie-Erzeugung durch den Einsatz von Muskelkraft (beziehungsweise Eigenleistung). Für die SWB Energie und Wasser war deshalb sonnenklar, dass dieses Team als eines von mehr als 30 Siegermannschaften mit einem Satz Trikots beschenkt werden muss.
In der Sankt Augustiner Heimkabine erläutert Trainerin Andrea Rüdebusch das „Prinzip Dynamo“: also wie gemeinsam etwas geschaffen werden kann, obwohl kaum Mittel da sind.

Beispiel eins: die Herbstfreizeit im Feriendorf des Landessportbundes in Hinsbeck. Im Jahr 2008 wussten Rüdebusch und ihre Trainerkollegen nicht, wie sie den Bus für den Transfer aufbringen sollten. Um nicht nach Nettetal am Niederrhein pilgern zu müssen, organisierte die Mannschaft kurzerhand einen Spendenmarathon. Die Kinder mobilisierten Paten in Verwandtschaft und unter Bekannten und spielten damit locker das Geld für den Transfer ein.
Beispiel zwei: die Waffelbude. Bei Heimspielen heizen die Eltern um Claudia Immel die Eisen an und bessern damit die Mannschaftskasse der Jungs auf. Während der Partie gegen den Poppelsdorfer HV backen Heike Kotzian und Angela Keil wie die Weltmeisterinnen. Warum die beiden sich engagieren? „Wir haben engagierte Trainer und Eltern, die sich untereinander gut verstehen“, sagt Keil. „Und die Aktion kommt den Kindern zugute“, ergänzt Kotzian. Gut die Hälfte der Waffeln ist kurz nach Spielbeginn schon weggefuttert, denn die vorher spielenden Teams freuen sich auch darüber.

Beispiel drei: die geglückte Fusion. Im Jahr 2008 schlossen sich die Handball-Abteilungen von VfL Sankt Augustin und TuS Niederpleis zusammen. Wie Rüdebusch berichtet, brachten beide Partner eine schöne Mitgift in die Ehe: der VfL die funktionierende Jugendabteilung, der TuS ein ambitioniertes Herrenteam. „Das ergänzt sich jetzt super“, sagt die Trainerin.
„Alte Vorurteile abbauen und neue Freunde finden, um sportlich erfolgreich zu sein, das ist uns wichtig“, hieß es in der Bewerbung für die Aktion „Immer am Ball“. Dank der SWB Energie und Wasser tragen die Jungs nach der Fusion nun erstmals neue Trikots. Andrea Rüdebusch lobt, dass der heimische Energieversorger die Jugendteams unterstützt. „Politik und Stadt sparen immer zuerst an Kindern und Jugendlichen“, sagt sie. „Ich empfinde die Aktion auch als Wertschätzung für ehrenamtliche Arbeit.“ Die Trainerin wünscht sich, dass sich die SWB Energie und Wasser weiterhin leisten können, „am Ball zu bleiben“.

Für die D1 sieht die nahe Zukunft rosig aus. Nur fünf von 15 Kindern gehen im März in die C-Jugend. Die übrigen Zehn gehören zum jüngeren Jahrgang 1998. In der Sonderstaffel spielen die Jungs schon heute – und das recht erfolgreich. Das liegt laut Rüdebusch auch an der guten Zusammenarbeit des Trainerteams. Michael Immel und Volker Heynisch unterstützen die ehemalige Regionalliga-Spielerin und Erzieherin bei ihrer Arbeit. „Auf die Zwei kann ich mich blind verlassen“, sagt die Teamchefin. „Mittlerweile ist das eine richtige Freundschaft geworden.“
Übrigens nicht nur in Sachen Eigen-Energie-Erzeugung ist die HSG klasse, sondern auch beim Energiesparen. Auf Nachfrage teilt Andrea Rüdebusch mit: „Unsere Trikots werden im Wechsel von den Eltern im Sparprogramm gewaschen (nehme ich jedenfalls an), niemand benutzt Weichspüler oder den Trockner! In der Halle machen wir nur das Licht an, wenn wir es benutzen und schalten es aus, wenn wir die Halle verlassen. Geduscht wird warm, jedoch nicht stundenlang, dafür sorgen Volker und Michael. Zu den Spielen bilden wir Fahrgemeinschaften, damit nicht so viele Autos unterwegs sind, und die meisten Kinder kommen mit dem Fahrrad zum Training.“ Sagt sie und schiebt nach: „Die Frage ist nur, ist das nicht selbstverständlich?“ (sas)