Manchmal hart, aber immer herzlich

Besser als der Tabellenplatz aussagt: die C-Jugend der HSG Geislar-Oberkassel.

C-Jugendliche der HSG Geislar-Oberkassel sind heiß auf Handball - Training mit EM-Hauptrundenübertragung

Das Europameisterschafts-Hauptrundenspiel Deutschland gegen Frankreich beschert der männlichen C-Jugend der HSG Geislar-Oberkassel einen ungewöhnlichen Trainingsabend in der Halle Beuel-Ost. Ein Beamer wirft die Bilder aus Trondheim an die Turnhallenwand, auf die nun mehr als 20 junge Handballspieler starren. Deutschland verkürzt auf 4:6, „schön gespielt“ kommentiert Trainer Andreas Kurenbach. Und sein Kollege Max Viertel sagt in die Runde: „Jetzt habt ihr gesehen, wie es geht.“ Die Sympathien sind klar verteilt: Der Einzige, der beim 7:4 für Frankreich jubelt, bekommt herbe Schläge auf die Oberschenkel und ein kräftiges „Halt die Klappe!" um die Ohren. Unter Handballern, so der erste Eindruck, geht es hart, aber immer herzlich zu.
Bei der jetzigen C-Jugend der Jahrgänge 1993 und 94 handelt es sich um eine eingeschworene Gemeinschaft. „Ich habe die jetzt schon seit den Minis", sagt Max Viertel, „sechs, sieben Jahre auf jeden Fall". Das Team sei ihm und seinem Mannschaftskameraden Kurenbach (beide erste HSG-Herren) ans Herz gewachsen.
Jonas (14) etwa ist schon sieben Jahre dabei, spielt jetzt in der ersten der beiden C-Jugend-Mannschaften. „Wir sind eigentlich besser als der Tabellenplatz aussagt", meint er. Zurzeit läuft es in der ersten Kreisliga nicht besonders gut, gegen die vorderen Teams gewinnen die HSG-Jungs, gegen die Mannschaften aus den Tabellen-Niederungen dagegen nicht.

Stolz tragen die Spieler die neuen Trikots.

Mit 13 Jungen sind Kurenbach und Viertel in die Saison gestartet, jetzt sind es 25 in zwei gemeldeten Mannschaften. „Von den 25 sind 24 Handball-geil", sagt Kurenbach. Dass der Handball einen Boom erlebe, will der Trainer nicht unbedingt bestätigen, aber auf jeden Fall habe sich das Image des Sports verbessert. Heute gelte es als „cool", Handball zu spielen.
Max Viertel findet das nur gerecht, schließlich sei Handball eine technisch und körperlich sehr anspruchsvolle Sportart. „Wenn Fußball nicht so einfach wäre, würde es Handball heißen", zitiert er eine Handball-Weisheit.
Und sein Trainerkollege Kurenbach ergänzt, dass ein Handballspieler ganz anderen körperlichen Belastungen ausgesetzt sei als ein Fußballer: „Es ist normal, wenn man aus dem Spiel mit einem blutigen Knie oder einem Veilchen rausgeht." Auch Jonas kann als halblinker Rückraumspieler ein Lied von blauen Flecken oder einer blutigen Lippe singen. „Ernsthafte Verletzungen hatte ich aber noch nie."
Weitere Infos unter: www.hsg-geislar-oberkassel.de

 


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