Zum Saison-Finale fliegen die Wasserbomben

Die F4-Jugend auf dem Sportplatz in Pech. Die Jungs würden sich freuen, wenn sie weitere Mitspieler für die neue Saison finden.

Der 2002er-Jahrgang des FC Pech hat sich im ersten F-Jugend-Jahr gegen ältere Gegner behauptet. Das Rotationsprinzip legt fest, dass die Spieler regelmäßig die Positionen wechseln

Letztes Training des Jahrgangs 2002 vor der Sommerpause: Die Nachwuchsfußballer des FC Pech sitzen im Kreis um ihre Trainer Andreas Jaensch und Jörg Dussa und lassen ihr erstes F-Jugend-Jahr Revue passieren. Die ganze Saison haben die jungen Kicker der F4 gegen ältere Gegner des Jahrgangs 2001 gespielt und dennoch einen sehr guten fünften Platz erreicht. „Meister werden“, gibt Lukas (7) deshalb als Ziel für die neue Spielzeit vor. Jan (7) ist etwas bescheidener: „Ich hätte das Ziel, Zweiter zu werden.“ Auf jeden Fall müssen sich die anderen Mannschaften im neuen Jahr noch ein bisschen wärmer anziehen, verrät Eric (6): „Unsere Gegner sagen immer, wir haben Pech. Aber es ist dann genau umgekehrt. Dann kriegen die einen auf die Mütze.“

Auf den Mund gefallen sind die Jungs keineswegs. Das gesunde Selbstvertrauen kommt nicht nur von der reichlichen Spielpraxis, sondern auch von so besonderen Erlebnissen wie dem Bundesliga-Spiel 1. FC Köln gegen VfL Wolfsburg. „Wir sind mit Wolfsburg eingelaufen“, berichtet Finn (7), Sohn von Trainer Dussa. Dessen Kollege Jaensch ist sicher: „Mit Pech kam das Glück nach Wolfsburg. Deswegen sind die Meister geworden.“

Letztes Training, doch die Jungs geben wie gewohnt alles - weil's einfach Spaß macht.

Solche Sprüche zeugen nicht nur von einer gehörigen Portion Selbstvertrauen, sondern auch von viel Humor. Die Jungs aus Pech, Villip und Bad Godesberg haben Spaß am Fußball. Einer in der Runde fordert gar ein drittes Training in der Woche, aber das wäre für den F-Jugend-Bereich vielleicht doch ein wenig zu viel. Es soll ja weiter Spaß machen.

Das ist auch ein Grund dafür, dass die Trainer die Spieler nicht von vorneherein auf eine Position festlegen, sondern rotieren lassen. „Wir haben keinen festen Torwart“, sagt Jaensch. „Alle sollen alles spielen.“ Und Dussa ergänzt: „Der Stürmer soll wissen, wie der Abwehrspieler tickt und umgekehrt, deshalb tauschen wir konsequent die Positionen. Das ist unsere Philosophie.“ Das Trainergespann will vermeiden, die Jungen schon in diesem frühen Stadium ihrer fußballerischen Ausbildung zu Spezialisten zu machen, „sondern sie sollen Individualisten bleiben“. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz wollen sie aus den Jungs perfekte Fußballspieler machen, und zwar in dem Sinne, dass jeder alles spielen könnte, zumindest aber jede Position kennt.

Damit künftig nicht nur der Anspruch, sondern auch der Auftritt der Mannschaft meisterlich ist, haben die SWB Energie und Wasser das Team mit einem Satz Trainingsanzüge ausgestattet. „Das war ungeheuer wichtig für uns“, sagt Dussa. „Mit diesen Trainingsanzügen können wir unseren Verein angemessen repräsentieren.“

Wasser marsch: Trainer Jaensch flüchtet vor seinen Spielern.

Mit guten Leistungen wollen sich die Pecher Jungs bei ihrem Sponsor revanchieren. Das gelingt ihnen auch bei Turnieren. Eric berichtet, dass er beim Turnier in Hersel das Tor sehr gut hütete: „Wir haben das Finale gewonnen, weil ich beim Elfmeterschießen alle Bälle außer einen gehalten habe.“ Trainer Dussa fragt: „Weißt du auch noch gegen wen?“ Eric: „Gegen Fortuna Köln.“ Und Trainer Jaensch ergänzt: „Das ist Fußball. Man weiß nie, wie’s ausgeht.“ Beim abschließenden Trainingsspielchen fliegen Eric im Tor die Bälle um die Ohren.

Zum Saisonabschluss gibt es dann noch eine eher ungewöhnliche Trainingseinheit. Trainer Jaensch verkündet: „Wer die größte Klappe hat, zieht sein Trikot aus.“ Kurze Zeit später fliegen die Wasserbomben. Gegen Ende der Schlacht sagt Dussa: „So, jetzt alle auf die Mamas.“ Zur Belohnung fürs Aufräumen bekommen die Jungs später noch was Süßes: Wassereis mit Kolageschmack. (sas)

Die F-Jugend des FC Pech (Jahrgang 2002) sucht weitere Mitspieler. Meldungen bei Jörg Dussa, Telefon 0228/359181 oder Andreas Jaensch, Telefon 0228/326091.

 


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