

Die C-Jugend des 1. FC Hardtberg ist eine Multikultitruppe mit großem spielerischen Potenzial. Weltmeister Bodo Illgner gehört zu den Ehemaligen des Clubs
Nur wenige Fußball-Jugendabteilungen werden von sich sagen können, dass ein Weltmeister aus ihren Reihen hervorgegangen ist. Der 1. FC Hardtberg gehört zu den Glücklichen, denn in diesem Bonner Stadtbezirk lernte kein geringerer als 1990er-Weltmeister Bodo Illgner, Jahrgang 1967, das Fußballspielen. Mit sechs Jahren ging er zum 1. FC Hardtberg mit seinem Vater Günter Illgner, der sich dort um die Jugendabteilung kümmern sollte. Das Fan-Magazin „Fußball-Stars“ aus dem Jahr 1991 zitiert Bodo: „Damals gab es ja noch keine E- oder F-Jugend wie heute; die ,D’ war die unterste Stufe. Deshalb war ich als Sechsjähriger immer der jüngste und kleinste und durfte nur selten mitspielen. Da habe ich mich dann eines Tages ins Tor gestellt; der Platz war frei, weil keiner ihn wollte.“
Genau die richtige Entscheidung: Von 1973 bis 1983 kickte Bodo Illgner für den 1. FC Hardtberg, danach bis 1996 für den 1. FC Köln, bevor er zu den Königlichen von Real Madrid wechselte und dort 2001 seine Karriere beendete. So eine Hardtberger Laufbahn sollte auch ein Ansporn für die aktuellen Jugendkicker sein, meint FC-Vorsitzender und C-Jugend-Coach Bernd Schmidt. Auch manche Kicker der C-Jugend haben nämlich großes Potenzial, sagt der Trainer.

Ob’s für einige auch zur Nationalmannschaft reichen würde? Wer weiß, jedenfalls könnten dann nicht alle Spieler des Teams für Deutschland spielen. Die C-Jugend des 1. FC Hardtberg ist nämlich eine klassische Multikulti-Truppe, sagt Trainer Schmidt. Der Vereinsvorsitzende bezeichnet es als eine Herausforderung, „die ganzen Nationen unter einen Hut zu bekommen, damit sie miteinander Fußball spielen“. Gerade die Integration habe sich der Verein schon lange auf die Fahnen geschrieben. Zudem lerne man soziales Verhalten – neben Elternhaus und Schule – eben am besten im Sportverein, ist Schmidt überzeugt.
Seine C-Jugendlichen brauchen nur einen Platz und einen Ball, sagt Schmidt, und schon kann’s losgehen: „Das sind noch echte Straßenfußballer hier.“ Vom Spielerischen her seien seine Jungs sehr gute Fußballer. Schmidt wünscht sich manchmal nur ein bisschen mehr Einsatz, Kampfgeist und Disziplin. Dann würde die talentierte Mannschaft auch besser stehen als im unteren Tabellendrittel der Sondergruppe des Kreises. „Wir haben einige Spiele gut gespielt“, sagt der Coach, „gerade gegen die Oberen.“ Gegen die Mannschaften im Tabellenkeller, wo Punkte her mussten und der 1. FC das Spiel machen sollte, versagten dagegen häufig die Nerven.
Schmidt wünschte sich auch ein bisschen mehr Unterstützung von den Eltern der Kids. Häufig fehlten Fahrer, um zu den Auswärtsspielen zu gelangen. „Für uns ist es wichtig, dass auch die Eltern mitziehen und als Betreuer helfen, natürlich ehrenamtlich.“

Weil das Beitragsaufkommen keinen Riesen-Etat ergibt, ist der 1. FC Hardtberg auf Spenden angewiesen. Deshalb haben sich die Verantwortlichen auch besonders über die Trikot-Spende der SWB Energie und Wasser im Rahmen der Aktion „Immer am Ball“ gefreut. „Es wird immer schwieriger, Sponsoren zu finden, die uns unterstützen“, sagt Schmidt, „gerade weil es im Hardtberg keinen Dorfcharakter gibt wie anderswo.“
Eines der Talente ist Jan der Libero (13). Der Sohn von Trainer Schmidt spielt Kreisauswahl, Stützpunkt Bonn, und trainiert im Verein die F-Jugend. „Die Hinrunde war ganz okay“, sagt Jan zu seiner C-Jugend. „Jetzt lasse ich mich mal überraschen. Ich hoffe, dass wir noch ein paar Plätze hochkommen, damit wir auch in der nächsten Saison die Sondergruppen-Qualifikation schaffen.“ Die neuen SWB-Trikots kamen gut an: „Alle haben sich gefreut. Es ist sehr angenehm, in den neuen Trikots zu spielen.“
Einer mit Talent ist auch Kapitän Christopher (14), der im rechten Mittelfeld wirbelt. Als Stärken der Mannschaft bezeichnet er Dribblings, kluge Pässe und Flügelspiel. Über die „schönen Trikots“ hat auch er sich gefreut. „Ich bin ein strenger Kapitän“, sagt Christopher im SWB-Interview. „Ja“, ergänzt sein Trainer schmunzelnd, „zu den anderen bist du streng“. Und beide müssen lachen.
Übrigens: Der 1. FC Hardtberg sucht für seine Fußballabteilung im Senioren- wie im Jugendbereich ständig neue aktive Sportler, außerdem Trainer, Betreuer und Helfer für die Mannschaften. Wer Interesse hat, meldet sich beim Vorsitzenden Schmidt, Ruf 0228/ 64 11 66. Eines spricht laut Schmidt ganz gewiss für den Sportplatz am Wesselheideweg: „Auf dem Hardtberg scheint immer die Sonne.“
Weitere Informationen: www.hardtberg.de.vu