Harmonie auf und neben dem Feld

Die Schüler- und Jugend-Teams des 1. BC Beuel arbeiten daran, in Westdeutschland wieder eine entscheidende Rolle zu spielen.

Badminton-Nachwuchs des 1. BC Beuel weiht SWB-Trikots mit einer Reihe von Erfolgen ein. Begegnung mit Westdeutschen Meistern beim Montagstraining
Janice Kaulitzky (12) und Max Weißkirchen (11) treten nicht nur auf dem Badminton-Feld als harmonisches gemischtes Doppel auf, sondern auch im SWB-Interview. Die Westdeutschen Mixed-Meister in der Klasse U 13 sagen abwechselnd, worauf es beim Badminton ankommt. Max: „Ausdauer“, Janice: „Schnelligkeit“, Max: „Technik“. Ist Badminton eher Einzel- oder Mannschaftssport? Max: „Kann man nicht so richtig sagen. Ich würde eher sagen, es ist ein...“, Janice: „Es ist beides.“
 Die beiden Vorzeige-Schüler-Spieler des 1. BC Beuel sind bei den Westdeutschen Einzelmeisterschaften jeweils in allen drei Wettkämpfen auf dem Treppchen gelandet. Neben dem Mixed-Titel wurde Janice im Einzel und Doppel Vizemeisterin, Max holte einen zweiten Platz im Doppel, im Einzel den dritten Rang. Janice hat das Badmintonspiel quasi im Blut: „Ich komme aus Indonesien“, erläutert sie, „und dort ist Badminton das, was bei uns der Fußball ist.“ Max sagt, sein Vater habe ihn mit drei Jahren zum Badminton gebracht. Er hat auch sechs Jahre Fußball gespielt. „Ich habe aber aufgehört, weil es langweilig wurde.“ Badminton dagegen mache ihm viel Spaß, gerade in Beuel gefalle es ihm richtig gut – vor allem wegen seiner Mannschaftskameraden. „Die Trainer sind auch immer nett.“

Janice hat das Badminton-Spiel im Blut.

Janice und Max gehören zu einer der vier Mannschaften des 1. BC Beuel, die in dieser Saison die neuen SWB-Trikots der Aktion „Immer am Ball“ tragen. Beim Montagstraining, an dem drei Schüler- und Jugend-Teams teilhaben, berichtet Jugendwart Robert Müller von erfreulichen Ergebnissen im Mannschaftsbereich. Die erste Jugendmannschaft hat sich für die Westdeutschen qualifiziert. Das erste Schüler-Team hat sich in der ersten Saison in der Meisterklasse den vierten von sieben Plätzen gesichert. „Darauf wollen wir aufbauen“, sagt Müller. Die zweite Schüler-Mannschaft hat überraschend die Staffel gewonnen, ebenso die Mini-Mannschaft. Beim Axel-Hecker-Bezirkspokal gehen Ende April/Anfang Mai die Staffelsieger an den Start, um die Bezirksmeister auszuspielen.
Seit vier Jahren ist Müller nun Jugendwart des Vereins und freut sich, dass seine und die Arbeit der Trainer erste Früchte trägt. Zum größten Badminton-Verein Deutschlands gehören mittlerweile rund 180 Kinder und Jugendliche, wovon rund 45 am Wettkampfbetrieb teilnehmen. Die übrigen spielen hobbymäßig. Die Philosophie des Vereins sei es, beides zu fördern, sagt Müller. „Das geht aber auch nur, weil wir die Erwin-Kranz-Halle die ganze Woche haben.“
„Wir haben vor vier Jahren einen Neuanfang gemacht“, berichtet Müller. „Jetzt sind wir auf einem guten Weg und werden in der nächsten Saison noch eine Mannschaft mehr am Start haben.“ Ziel sei es, „in drei oder vier Jahren bei den Westdeutschen Meisterschaften wieder eine Rolle spielen zu können“.
Das Training im Jugendbereich leiten unter anderen Karl-Heinz Zwiebler, Roland Maywald sowie Bundesliga-Trainer Marc Hannes. Wer in der Woche zwei- bis dreimal trainiert, kommt also in den Genuss verschiedener Schulen. „Davon profitieren die jungen Sportler“, sagt der Jugendleiter.

Ansprache durch den Trainer.

Einer davon ist Julien Gupta (16), seit Jahren einer der besten Jugendspieler in seiner Klasse in ganz Deutschland. Der Westdeutsche Meister der Klasse U 17 schätzt am 1. BC, dass gerade so viele Trainer mit verschiedenen Ansätzen ihr Wissen weitergeben. Für Julien ist die Motivation groß, irgendwann mal in der Bundesliga-Mannschaft zu spielen. Robert Müller berichtet, dass der junge Spieler bereits in der vergangenen Saison in die Oberliga-Mannschaft eingebaut worden sei. Weitere Riesentalente, die noch ganz am Anfang stehen, sind Nick Weiss oder Christopher Klauer, dessen Vater Harald mehrfach deutscher Meister war. Ansporn ist also genug vorhanden.
Besonders gut kommen bei den Schülern und Jugendlichen die Trainingscamps des 1. BC in den Oster- und Herbstferien an. Dann geht’s ein Wochenende in die Halle – mit Übernachtung und Abendprogramm. Geplant sei zudem, mal eine Badminton-Ferienfreizeit anzubieten, sagt Müller. Der Jugendwart freut sich, dass sich die Kinder und Jugendlichen bei Turnieren gegenseitig anfeuern und privat gegenseitig zu ihren Geburtstagen einladen. Das Team-Buildung-Programm beim Ostercamp war für die Nachwuchsspieler also eher eine kleinere Hürde. (sas)
Weitere Informationen: www.bcbeuel.de

 


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